Hatschepsut und der Tempel von Deir el-Bahari

Hatschepsut erbaute den Tempel von Deir el-Bahari

Die Fahrt vom Tal der Könige zum Tempel der Hatschepsut dauert nur wenige Minute. Es sei, Ihr Reiseführer schleust Sie vorher in eine der zahlreichen Steinmaufakturen.

Die Tempelanlage in Deir el-Bahari ist wunderschön in die sie umgebende Felslandschaft eingepasst. Offenbar bewusst wählte der Architekt Senenmut strenge geometrische Form, die im Widerspruch zur natürlich Umgebung steht. Vom 500 Meter entfernten Parkplatz der Anlage gesehen würden Sie nicht vermuten, dass diese Tempelanlage sage und schreiben 3.500 Jahre alt ist.

Aus der Nähe sieht man dann jedoch, dass zahlreiche Reliefs und Statuen der Hatschepsut zerstört wurden. Für diese Taten verdächtigte die Forschung ursprünglich den Nachfolger der Pharaonin, Thutmosis III.. Mittlerweile herrscht jedoch Einigkeit, dass die Beschädigungen auf einen jüngeren Zeitpunkt datieren.

Wahrscheinlich sollte mit dem Auslöschen der Erinnerungen an Königin Hatschepsut die göttliche Ordnung wieder hergestellt werden. Denn nur Männer durften Pharaoh werden. Schade für uns, denn so bereitet die Besichtung des Totentempels vom Nahen aus gesehen keine große Freude. Die meisten Wandmalereien befinden sich in einem sehr schlechten Zustand.

Auch keine Freunde bereitet die starke Sonneneinstrahlung bei der Besichtigung des Totentempels der Hatschepsut. Im Tal der Könige und im Tempel von Deir el-Bahari finden die Besucher kaum Schatten. Selbst im November ist das schon recht heftig. Ich möchte nicht wissen, wie viele Leute hier im Hochsommer umkippen. Der Krankenwagen steht sicher nicht umsonst am Eingang der Anlage.

Zum Glück muss nicht die komplette Strecke vom Parkplatz zu Fuß überbrückt werden. Ähnlich wie im Tal der Könige steht ein Mini-Zug bereit, der die Besucher von einem Traktor gezogen zum Tempelaufgang fährt.  

Beim Anblick des Tempels übersehen die meisten Touristen die kleine Höhle in den Felsen rechts neben dem Weg zum Tempel. Dort ist Senenmut begraben, ein Zeitgenosse der Hatschepsut, der zugleich Architekt, Baumeister, oberster Vermögensverwalter und Erzieher ihrer Tochter Neferu-Re. Die Beiden sollen sogar ein Liebespaar gewesen sein. 

Auf dem Rückweg zum Bus heißt es noch einmal "Spießrutenlaufen durch die Gasse der Händler" und dann geht’s auf zu den Kolossen von Memnon. Aber das ist eine andere Geschichte.   

Bookmark-Dienste
  • MisterWong.DE
  • Google Bookmarks
  • Webnews.de
  • del.icio.us
  • Yigg

Kommentieren