Nachmittag im Karnak-Tempel

Durch ein gutes Mittagessen gestärkt, setzt sich unsere Reisegruppe gegen 15:00 Uhr wieder in Bewegung. Auf dem Programm steht die Besichtigung des interessantesten Bauwerks von Luxor, der Karnak-Tempel. Einst der größte Tempel der Welt, heute die größte Tempelruine in Ägypten.
Der Bau des Karnak-Tempels wurde vor über 4.000 Jahren begonnen. Der Gottestempel war der Göttertriade Amun-Re, Mut und Chons geweiht und umfasst in seiner gesamten Fläche über 40 Hektar. Generationen von ägytischen Königen haben den Komplex immer wieder erweitert. Zu den Zeiten Kleopatras war das Bauwerk allerdings bereits im Verfall begriffen.
Die Fahrt von der Anlegestelle in Luxor nach Karnak ist nur kurz, eine Strecke von rund drei Kilometern. Vom Busparkplatz ist es dann nur ein kurzes Stück, bevor wir den riesigen Vorplatz des Tempels erreichen. Der 1. Pylon des Tempels liegt majästetisch vor unseren Augen und in einer Distanz von rund 200 Metern.
Ahmed besorgt die Eintrittskarten, unsere Reisegruppe wartet, die Gelegenheit für ein paar erste Fotos. Nachdem jeder seine Eintrittskarte in Empfang genommen hat, beginnt unser Reiseführer Ahmed mit den ersten Erläuterungen zum Thema, während wir gemeinsam in Richtung Tempeleingang gehen.
Der 1. Pylon verhindert noch den Blick auf das, was meiner Ansicht nach vielleicht das 8. Weltwunder ist. Erst hinter der ersten Tempelmauer, hinter dem 2. Pylon, kommt die Säulenhalle des Karnak-Tempels in Sichtweite.
Auf über 5.000 qm stehen hier 134 Papyrusbündel-Säulen dicht gedrängt. Die Säulen auf der mittleren Achse sind 24 Meter hoch und haben einen Umfang von 10 Metern, die Säulen mit geöffneten Blütenkapitellen weisen teilweise sogar einen noch größeren Umfang auf. Die 122 Säulen der Seitenschiffe sind kleiner, aber immer noch gewaltig. Sie sind 14 Metern hoch und haben einen Umfang von über 6 Metern.
Eine weitere Attraktionen des Tempels ist der 30 Meter hohe Obelisk der Königin Hatschepsut zwischen dem 4. und 5. Pylon. Ursprünglich waren es zwei, einer ist jedoch durch ein Erdbeeben vor langer Zeit umgefallen und zerbrochen. Seine Überreste finden wir ebenfalls im Karnak-Tempel, in der Nähe des Heiligen Sees. Die Spitzen der Obelisken waren einst vergoldet. Die vier Seiten zeigen Reliefs, die über die großen Taten der Hatschepsut berichteten.
Der am Heiligen See des Tempels befindliche Skarabäus von Amenophis III. erfreut sich einer großen Aufmerksamkeit in unserer Reisegruppe, nachdem Ahmed bericht, dass es Glück bringt, wenn man um das Tier auf dem Steinsockel herumläuft. Also gesellen wir und zu den anderen zwanzig Touristen, die ebenfalls ihr Glück suchen und das Steintierchen mehrmals umrunden.
Nach seinen umfangreichen Ausführungen gibt uns unser Reiseführer Ahmed freie Zeit, um den Tempel auf eigene Faust zu erkunden und um Fotos zu machen. Letzteres erweist sich für mich als schwierig, denn die Sonne sinkt bereits und erzeugt in der Tempelanlage deutliche Schlagschatten.
Der Karnak-Tempel ist so groß, dass man laut Ahmed 14 Tage braucht, um den Komplex halbwegs zu erkunden. Eine Nilkreuzfahrt kann hier natürlich nur einen kleinen Einblick geben. Zum vereinbarten Zeitpunkt begebe ich mich zum Treffpunkt auf dem Vorplatz des Tempels. Von hier aus mache ich ein paar letzte Fotos aus der Distanz, bevor Ahmed uns zurück zum Bus geleitet.
Ein erlebnisreicher Ausflugstag in Luxor und Theben-West neigt sich dem Ende zu. Die Sonne wird gleich untergehen.