Besuch der Memnonkolosse

Kopf eines Memnonkolosses

Nach der Besichtigung des Hatschepsut-Tempels in Deir el-Bahari geht es mit unserem Kleinbus in Richtung der Memnonkolosse. Auf dem Weg dorthin kommen wir am Dorf Qurna vorbei, das unser Reiseführer Ahmed als "das Dorf der Grabräuber" bezeichnet. Die Einwohner des Dorfes haben sich nach seinen Worten auf dem Gebiet von antiken Grabstätten angesiedelt. Gräber wurden als Häuser und sogar als Ställe für das Vieh genutzt.

Ahmed meint, die Behörden seien erst mit der Zeit dahinter gekommen, dass die Dorfbewohner von Qurna offenbar einen schwunghaften Handel mit Gräberfunden betrieben. Der Wohlstand hat offenbar soweit gereicht, dass den ehemaligen Bewohnern des Dorfs mittlerweile halb Luxor gehört, wenn man Ahmeds Worten Glauben schenken darf..

Diese Sehenswürdigkeit "Memnonkolosse" darf bei keiner Nilkreuzfahrt-Rundreise fehlen. "Kollosse" klingt auch überaus wichtig. Wenn man die geschundenen Monumentalfiguren dann jedoch aus der Nähe sieht, relativieren sich die Erwartungen ganz schnell.

Die Figuren sind heute selbst für die Ägypter so belanglos, dass hier ausnahmsweise kein Eintrittskartenverkauf installiert wurde. Wir finden stattdessen einen kleinen Parkplatz mit einem Ein-Mann Polizei-Sicherheitsposten. Die Memnonkolosse sind schon von Weitem zu sehen, wenn man sich aus Deir el-Bahari nähert.

Wir parken auf dem Parkplatz vor den Kolossen, ein paar Leute aus unserer Gruppe steigen aus, um ein Foto zu machen, einige bleiben gleich desinteressiert im Bus sitzen. Ich nutze die Gelegenheit für ein paar Fotos mit meiner Spiegelreflex, um diesen Ort noch einmal in hoher fotografischer Qualität zu dokumentieren.

Die Memnonkolosse sind zwei etwa 18 Meter hohe Kolossalstatuen aus Quarzit. Einst bewachten sie den Eingang des Totentempels von Pharao Amenophis III., der mittlerweile komplett verschwunden ist. So stehen sie nun einsam und allein in der Landschaft. Aus dem einstigen Ruinenfeld des Tempels soll der monumentale Skarabäus geborgen worden sein, der mittlerweile in der Nähe des Heiligen Sees in Karnak zu bewundern ist . 

Nach dieser letzten Besichtigung am Vormittag des 22. November 2008 machen wir uns gegen 10:30 Uhr auf den Heimweg. Der Bus fährt zum Nilufer, wo bereits das kleine Boot für die Rückfahrt zur M/S Concerto bereit steht. Das Mittagessen ist erst für 12:30 Uhr geplant, danach wartet der Karnak Tempel auf uns.

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