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Motoren unter dem Kopfkissen

Jetzt ein wenig frisch machen und dann eine Runde Schlaf nach der langen Reise.
Aber "ups", was ist denn das? Da ich in den ersten Minuten nur die schöne Einrichtung der M/S Concerto bewundert hatte, war mir das Motorengeräusch des Schiffs nicht so sehr aufgefallen. Auf dem Bett liegend stelle ich fest, dass es sich nicht nur um ein Geräusch handelt. Nein, die ganze Kabine vibrierte und ich mit.
Das Problem ist für mich jedoch nicht völlig neu. Bereits auf anderen Nilschiffen plagte ich mich in der Vergangenheit mit unangenehmen Motorgeräuschen herum. Dabei sind es nicht nur die eigenen Schiffsmotoren, die auch in vielen Häfen permanent laufen, um Strom für das Nilkreuzfahrtschiff zu erzeugen.
Da die Schiffe meist in mehreren Blocks parallel zueinander ankern und daneben weitere Blöcke mit Schiffen stehen, bekommt man nicht selten auch noch die Geräusche und Abgase der vielen anderen Schiffe mit. Verloren hat man meist immer dann, wenn man im Heck des Schiffs landet, dort wo die Motoren sind. Im vorderen Teil eines Schiffs kämpft man jedoch nicht selten mit den Nilschiffen, die vor dem eigenen ankern.
Ich nehme mir vor kein nörgelnder Urlauber zu sein und die Geräuschkulisse zu ignorieren. Aber es geht nicht, einfach zu laut. Ich suche die Ohrenstopfen, die ich in Deutschland extra für die Reise gekauft hatte. Aber … ich hatte sie vergessen einzupacken. Mist. Jetzt mussten selbstgeformte Tempo-Taschentuch Ohrstöpsel her. Ein Anfang, aber was nutzen Ohrenstöpsel, wenn der ganze Raum vibriert?
Ich bin zu geschwächt, um jetzt mit der Rezeption um ein anderes Zimmer zu feilschen, aber meine Stunde würde kommen. Trotz Radau schlafe ich ein.
M/S Concerto 5* Deluxe

Beim Betreten meiner Kabine freue ich mich auf den Blick durch das Fenster auf den Nil. Aber Pech gehabt, ich schaue aus einer Entfernung von knapp zwei Metern auf den Schiffsrumpf der Orchestra, zum Greifen nahe. Da bin ich wohl im Moment auf der falschen Seite.
Nachdem meine letzte Nilkreuzfahrt mich im Jahr 2005 auf die fünf Sterne M/S Montasser geführt hat, bin ich von der M/S Concerto nun doch sehr positiv überrascht. Das Nilkreuzfahrtschiff macht einen guten und vor allem neuen Eindruck. Das Niveau der Zimmer entspricht in etwa dem eines guten deutschen Hotels. Die Kabinen sind sehr geräumig und verfügen unter anderem über Satelliten-TV, einen kleinen TFT-Fernseher und sogar ein DVD-Player ist vorhanden, den ich allerdings mangels DVDs nicht ausprobieren konnte.
Die Kabine der M/S Concerto ist an vielen Stellen mit einer Art dunklem Teakholz gestaltet. Jedenfalls irgendein hartes Tropenholz. Dies fand auch Verwendung für den kleinen Tisch und den Boden im Badezimmer, eine Art Lattenrost.
Insbesondere Badezimmer sind oft die Schandflecken der Nilkreuzfahrtschiffe. Denn durch die stets hohe Feuchtigkeit bildet sich nicht selten durch mangelhafte Lüftung Schimmel oder das Interieur fängt einfach so an zu gammeln. Bei einem neuen Schiff gibt es das Problem gar nicht.
Das Badezimmer der M/S Concerto verdient seine Sterne. Auch die Beleuchtung ist exzellent und die Badewanne ist endlich mal eine, die diesen Namen verdient. Übrigens müssen Sie sich keine Gedanken wegen dem Lattenrost machen, das in den Badezimmern der M/S Concerto liegt. Darunter befindet sich eine Kunststoffwanne, die vom Reinigungspersonal regelmäßig gesäubert wird.
Die Kabine des Nilkreuzfahrtschiffs besitzt einen recht geräumigen Kleiderschrank und zahlreiche Schubladen. Auch eine (leere) Minibar und ein per Nummerncode abschließbarer Safe sind vorhanden. Letzteres ist wahrlich ein Segen, denn bei meinen bisherigen Schiffen gab es nur einen Safe bei der Rezeption.
Mein erster Intensivtest gilt jetzt erst einmal dem Bett, denn auch wenn Ägypten keine Fernreise ist, es war dennoch ein langer Tag. Das Bett der M/S Concerto besteht den Test. Es ist fest, aber nicht zu hart und kein Stück durchgelegen. Ich bin zufrieden.
Hinweis: Verzichten Sie nicht auf die Buchung der Concerto, weil es in meiner Kabine ein Problem mit Motorengeräuschen gab. Diese Probleme gibt es auf allen Nilschiffen, wenn die Kabine direkt oberhalb des Maschinenraums liegt. Wer geräuschempfindlich ist, sollte jedoch auf Nilkreuzfahrten sicherheitshalber Ohrenstöpsel für die Nacht einpacken