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Theben West, ein interessanter Tag beginnt

Der nächste Tag der Nilkreuzfahrt beginnt um 7:00 Uhr mit der Besichtigung von Theben-West. So wird heute noch der Teil von Luxor bezeichnet, der auf der Westseite des Nils liegt.
Dort bestatteten die die alten Ägypter ihre Toten. Sie glaubten, wenn die Sonne bei uns untergeht, würde die Sonne im Reich der Toten aufgehen. Da die Sonne stets im Westen untergeht, vermutete man dort auch das Reich der Toten und alle Begräbnisse wurden auf der Westseite des Nils durchgeführt. Es wurden bis heute keine antiken Begräbnisstätten auf der Ostseite des Nils gefunden.
Ahmed bestand gnadenlos auf der frühen Startzeit von 7:00 Uhr. Den Grund dafür habe ich nicht richtig verstanden. Ich weiß jedoch, dass das Tal der Könige und der Tempel der Hatschepsut Plätze sind, an denen man nur wenig Schatten findet. Das ist insbesondere im Hochsommer ein Problem. Außerdem ist der Ansturm auf diese Haupt-Touristenattraktionen natürlich stets groß.
Um die umständliche Busfahrt über die Nilbrücke zu sparen, setzen wir mit einem kleinen Boot auf die andere Seite des Nils über. Die Fahrt dauert etwa 10 Minuten und ist ein sehr schönes Erlebnis. Auf der anderen Seite des Flusses, Theben-West, müssen wir uns bis zum Erreichen des Busses durch ein paar Tuch- und Steinverkäufer durchkämpfen. Dann geht es ab in Richtung Tal der Könige.
M/S Concerto 5* Deluxe

Beim Betreten meiner Kabine freue ich mich auf den Blick durch das Fenster auf den Nil. Aber Pech gehabt, ich schaue aus einer Entfernung von knapp zwei Metern auf den Schiffsrumpf der Orchestra, zum Greifen nahe. Da bin ich wohl im Moment auf der falschen Seite.
Nachdem meine letzte Nilkreuzfahrt mich im Jahr 2005 auf die fünf Sterne M/S Montasser geführt hat, bin ich von der M/S Concerto nun doch sehr positiv überrascht. Das Nilkreuzfahrtschiff macht einen guten und vor allem neuen Eindruck. Das Niveau der Zimmer entspricht in etwa dem eines guten deutschen Hotels. Die Kabinen sind sehr geräumig und verfügen unter anderem über Satelliten-TV, einen kleinen TFT-Fernseher und sogar ein DVD-Player ist vorhanden, den ich allerdings mangels DVDs nicht ausprobieren konnte.
Die Kabine der M/S Concerto ist an vielen Stellen mit einer Art dunklem Teakholz gestaltet. Jedenfalls irgendein hartes Tropenholz. Dies fand auch Verwendung für den kleinen Tisch und den Boden im Badezimmer, eine Art Lattenrost.
Insbesondere Badezimmer sind oft die Schandflecken der Nilkreuzfahrtschiffe. Denn durch die stets hohe Feuchtigkeit bildet sich nicht selten durch mangelhafte Lüftung Schimmel oder das Interieur fängt einfach so an zu gammeln. Bei einem neuen Schiff gibt es das Problem gar nicht.
Das Badezimmer der M/S Concerto verdient seine Sterne. Auch die Beleuchtung ist exzellent und die Badewanne ist endlich mal eine, die diesen Namen verdient. Übrigens müssen Sie sich keine Gedanken wegen dem Lattenrost machen, das in den Badezimmern der M/S Concerto liegt. Darunter befindet sich eine Kunststoffwanne, die vom Reinigungspersonal regelmäßig gesäubert wird.
Die Kabine des Nilkreuzfahrtschiffs besitzt einen recht geräumigen Kleiderschrank und zahlreiche Schubladen. Auch eine (leere) Minibar und ein per Nummerncode abschließbarer Safe sind vorhanden. Letzteres ist wahrlich ein Segen, denn bei meinen bisherigen Schiffen gab es nur einen Safe bei der Rezeption.
Mein erster Intensivtest gilt jetzt erst einmal dem Bett, denn auch wenn Ägypten keine Fernreise ist, es war dennoch ein langer Tag. Das Bett der M/S Concerto besteht den Test. Es ist fest, aber nicht zu hart und kein Stück durchgelegen. Ich bin zufrieden.
Hinweis: Verzichten Sie nicht auf die Buchung der Concerto, weil es in meiner Kabine ein Problem mit Motorengeräuschen gab. Diese Probleme gibt es auf allen Nilschiffen, wenn die Kabine direkt oberhalb des Maschinenraums liegt. Wer geräuschempfindlich ist, sollte jedoch auf Nilkreuzfahrten sicherheitshalber Ohrenstöpsel für die Nacht einpacken
Was gehört in den Koffer?

Der Reisetermin der Nilkreuzfahrt naht, doch was muss noch in den Koffer? Was nehme ich mit?
Eine Checkliste:
- Ein guter Sonnenschutz muss mit. Am besten auch ein Sunblocker mit Lichtschutzfaktor 25 oder größer für die Ausflüge. Denn während der Ausflüge ist man den Strahlen der Sonne oft lange ausgesetzt, ohne davon so richtig Notiz zu nehmen. Die Schönheit des Landes lenkt vom Sonnenbrand ab. Beim Eincremen Ohren, Nase und Mund bitte nicht vergessen.
- Ein lichtdichter Hut mit großer Krempe sollte ebenfalls in den Koffer.
- Dass Sie dünne Sachen mitnehmen sollten, ist Ihnen sicher klar. Denn selbst im Novemver erreichen die Mittagstemperaturen noch spielend 30 Grad Celsius und mehr. Weniger vorbereitet ist jedoch meist, wenn man auf dem Nil nächtliche Temperaturen von unter 10 Grad antrifft. Dann reicht selbst die Übergangsjacke nicht mehr, dann wird langsam der Ruf nach dem Wollpullover laut. Packen Sie sich in den Wintermonaten ein paar warme Sachen ein.
- Ägypter freuen sich stets über ein kleines, diskret überreichtes Bakschisch (Trinkgeld). Bei vielen kleinen Dienstleistungen oder Hilfestellungen (Foto machen, Steine zeigen, etc.) erwarten insbesondere die Einheimischen in den Tempelanlagen ein Trinkgeld. Daher sollten Sie viele kleine Euro-Münzen (50 Cent, 1 Euro) mitnehmen. Noch besser sind viele einzelne Dollar-Noten, weil die Münzen an den Banken nicht umgetauscht werden können.
- Über Kugelschreiber freuen sich in Ägypten Kinder und Erwachsene. Manchmal liest man auch etwas von Zahnbürsten oder Feuerzeugen. Es muss ja nicht immer Geld verschenkt werden. Kindern sollte man auf keinen Fall Geld schenken, denn damit werden sie zum Betteln erzogen.
- Ihr Arzt wird Ihnen empfehlen, ein Mittel gegen Durchfall mitznehmen, z.B. das Präperat Immodium. Eine gute Idee. Dieses Mittel wirkt jedoch nicht gegen die akute bakterielle Darminfektionen, die uns Urlauber auf Reisen durch Nordafrika oftmals ereilen. Sollten Sie auf Ihrer Nilkreuzfahrt von Magenschmerzen oder Durchfall betroffen sein, dann wenden Sie sich unverzüglich an Ihren Reiseleiter oder an die Rezeption des Schiffes. Dort erhalten Sie ägyptische Medizin gegen ägyptische Bakterien.
Urlaubsentscheidung im August

Aufgrund von diversen Projekten war 2008 für mich ein recht anstregendes Jahr. Urlaub konnte ich aus betrieblichen Gründen erst ab November nehmen. Daher überlegte ich Anfang August, mit welchem Urlaubsziel ich mich Ende 2008 möglichst gut selber belohnen könnte. Es musste eine Destination sein, die ich bereits kenne, damit der Urlaubserfolg auch möglichst garantiert ist.
Ich brauchte nicht lange, bis die Wahl auf ein Wiedersehen mit Ägypten und dem Nil fiel. Obwohl ich schon in viele Winkel dieser Erde gereist bin, haben es mir Nilkreuzfahrten besonders angetan. Wahrscheinlich ist es die Kombination aus ganz vielen positiven Faktoren, die eine Nilkreuzfahrt für mich ausmacht.
Zum einen ist in Ägypten garantiert, dass es nicht regnet und die Tagestemperaturen angenehm sind. Bei dieser Reise im November 2008 lag die Temperatur tagsüber bei rund 30 Grad Celsius. Nachts sollte man sich hingegen vorsehen und lieber auch ein paar dickere Sachen einpacken, denn die Quecksilbersäule sinkt im Winter am Nil auch schon mal gerne unter 10 Grad. Heiße Tage und kalte Nächte sind für das Kontinentalklima der Wüstengebiete typisch.
In Bezug auf das Thema "Regen in Ägypten" erzähle ich immer wieder gerne die Geschichte von meiner ersten Nilkreuzfahrt im Jahr 1997. Damals fragte ich unseren Reiseführer, ob es in Ägypten regnet. Er antwortete darauf "manchmal regnet es". Das war mir zu ungenau, ich hakte also nach. Daraufhin führte der Reiseführer weiter aus "manchmal regnet es in Ägypten - einmal im Jahr".
Aber nicht nur das Klima lockt zur Nilkreuzfahrt. Auch die geführten Landausflüge zu den Überresten der antiken Pharaonen ziehen mich immer wieder in ihren Bann, obwohl ich die meisten Sachen schon ein- oder mehrmals gesehen habe. Und schließlich fasziniert mich die Landschaft des Nils. Ein Fluss, der in den Tiefen der tropischen Regenwälder entsteht und in Ägypten durch Wüste fließt und die Uferregionen seit Jahrtausenden fruchtbar macht.
Zu einer insgesamt runden Sache wird die Nilkreuzfahrt schließlich durch die vielen netten und hilfsbereiten Menschen. Natürlich ist Ägypten nicht Deutschland und Ägypter sind keine Deutschen. Aber wenn man das verstanden hat und andere Kulturen tolerieren kann, dann ist man auf dem besten Weg zu einem erholsamen Urlaub.
Die Entscheidung für eine Nilkreuzfahrt im November war gefallen, nun ging es zur Buchung.