Selbsternannte Tempeldiener und Bakschisch-Jäger

selbsternannter Tempeldiener

Sie werden Ihnen auch begegnen, die selbsternannten  "Tempeldiener" und "Fotogehilfen". Eigentlich sind sie zur Bewachung der Sehenswürdigkeiten da. Oder zum Schutz der Touristen. Aber Tempelwärter und selbst Polizisten lassen kaum eine Chance ungenutzt, um Sie auf eine schöne Stelle im Relief hinzuweisen oder sich für Fotodienste anzubieten. Es ist richtig schwierig sich gegen diese Art von "Hilfsdiensten" zur Wehr zu setzen.

Dies nimmt zum Teil skurrile Züge an. So sollen die Wärter im Tal der Könige eigentlich unter anderem überwachen, dass die Touristen in den Gräbern nicht fotografieren. Und schon gar nicht mit Blitzlicht, weil das die Struktur der Wandmalereien besonders schädigt.

Stattdessen kommt es nicht selten vor, dass Touristen von den Tempelwärtern zu Fotos sogar richtig genötigt werden. Selbstverständlich ist für das dezente Wegschauen anschließend ein Bakschisch fällig. Das Hightlight habe ich im Jahr 2005 in einem Grab im Tal der Könige erlebt. Die beiden Wärter schalteten extra das Licht im gesamten Schacht aus, damit wir sehen konnten, dass das Tageslicht bis zum Ende des Grabes reichte und dort Figuren anstrahlte. Das war klasse.

Die meist einheimisch gekleideten Tempelwärter haben für solche Sonderdienstleistungen eine gute Ausgangsposition. Sie lassen sich auch gerne selbst fotografieren. Der einfache Polizist tut sich da schwerer mit seinem "Foto, Foto". Sie brauchen jedenfalls in keiner Anlage einen Selbstauslöser. Immer ist ein freundlicher Polizist zur Stelle, der den Job gerne zuverlässig und vertrauensvoll erledigt.

Es gibt Reiseführer, die diese Praktiken kritisieren. Tatsächlich nervt es manchmal, einige übertreiben es. Wenn man das Angebot jedoch konsequent ignoriert, dann gibt es keine weiteren Probleme. Kein Einheimischer wird zudringlich, wenn Sie seine Dienste nicht in Anspruch nehmen.

Ich habe grundsätzlich keine Probleme damit, wenn die Menschen sich ein klein wenig dazu verdienen. Denn es sind sicher nicht die Reichsten, die diese Jobs machen. Und was ist schon ein Pfund oder ein Kugelschreiber für uns? Meine kleinen Gaben wurden meist mit großer Dankbarkeit entgegen genommen.

Kindern sollten Sie jedoch generell kein Geld geben, denn das stiftet sie zum Betteln und damit zum Schwänzen der Schule an. Einige Reiseführer empfehlen die Mitnahme von kleinen Euro-Münzen. Bedenken Sie hierbei bitte, dass diese Münzen von den Ägyptern nicht ohne Weiteres zurück getauscht werden können, denn die Banken nehmen nur Scheine. Idealer sind einzelne Dollar-Noten oder eben Kugelschreiber oder Einwegfeuerzeuge.

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